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Die "Rhein-Not" und der Beginn der Rheinregulierung

Der ursprüngliche Rhein – er wird auch heute noch oft als „größter Wildfluss Europas“ bezeichnet – formte sein Bett immer wieder neu. Ohne besondere Einschränkung konnte er im Talboden furkieren. Dabei lagerte er Schlamm und Geschiebe ab, es entstanden Seen, Sümpfe und neue Kiesbänke, ebenso wurden alte Kiesbänke umgelagert. Mit Überschwemmungen aufgrund von Sohlhebungen mußte ständig gerechnet werden. Diese sind uns bis ins 11. Jh. zurück bekannt, im 19. Jh. prägten sie den Begriff „Rhein-Not“. Neben den Überschwemmungen stellten vor allem aber auch die ständigen Laufverlagerungen des Rheins eine Bedrohung für die Kulturlandschaft dar.
Die für das vorarlbergische Rheintal folgenschwerste Hochwasserkatastrophe ereignete sich im Jahr 1817. Damals wurden der größte Teil des Rheindeltas und weite Flächen des Tals überschwemmt. Als weitere verheerende Hochwasserereignisse sind jene von 1888, 1927, 1954 und 1987 (Abfluß: 2665 m³/s; Schwebstoffablagerung im Bodensee: 13 Mio. t allein im Juli) zu nennen. Infolge der immer stärker werdenden Besiedlung des Rheintals wurde im 19. Jh. ein besserer Hochwasserschutz gefordert und der Ruf nach einer Korrektion der Rheinstrecke laut. Die Geburtsstunde der staatlichen Hilfe für den Rheinuferschutz in Vorarlberg ist im Jahr 1824 anzusetzen. Die Rhein-Not des 19. Jh., verursacht durch die verheerenden Überschwemmungen des Rheins und seine Laufverlagerungen, wurde aber erst ab 1892 durch die gemeinsam mit der Schweiz durchgeführte Rheinregulierung dauerhaft beseitigt.

 

 

Hochwasser in Lustenau  - Aufnahme beim Gasthof Engel im Jahre 1868

 

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