Der Rhein transportiert pro Jahr bis zu 3 Mio. m³ Feststoffe in den Bodensee (die Werte werden mit Hilfe von Seegrundmessungen im Bereich der Rheinmündung ermittelt). Dabei handelt es sich vor allem um Schlamm und Feinsand, der Anteil des Geschiebes ist eher gering. Vor allem bei Hochwasserereignissen werden enorme Mengen an Material von den Fluten mitgerissen. Das transportierte Material wird zur Gänze im Bodensee abgelagert, das Wasser verlässt den See bei Stein am Rhein geschiebe- und schlammfrei. Der Schuttkegel des Rheins im Bodensee weist inzwischen eine Fläche von 2,2 km² auf. Durch die Auflandung wird das Flußbett des Rheins jährlich um 22 m verlängert.
In einem natürlichen Bett schneidet sich ein Fluß so lange in seinen Untergrund ein bzw. lagert an anderer Stelle so lange Geschiebe ab, bis seine Gefällskurve gleichmäßig verläuft. Eindrucksvoll zu sehen ist dieser Vorgang etwa bei der Entstehung einer schmalen Schlucht – der Fluß ebnet hier lediglich eine Gefällsstufe ein.
Die Regulierung des Rheins bewirkt neben ihrer Funktion als Hochwasserschutz auch, daß genau soviel Geschiebe transportiert wird, wie aus dem Quellgebiet zur Verfügung steht. So werden sowohl eine Eintiefung des Rheins als auch Ablagerungen im Rheinbett verhindert, das Flußbett bleibt also stabil. Es ist auch einleuchtend, daß dieser Gleichgewichtszustand notwendig ist. Würde sich beispielsweise Geschiebe ablagern und sich somit die Sohle erhöhen, könnte der Rhein nicht mehr die gleiche Wassermenge aufnehmen, es würde also bei einem gleichen Hochwasserereignis schneller zu Überflutungen kommen. Hochwasserschutz und Geschiebeführung sind demnach in engem Zusammenhang zu sehen. In der „Internationalen Rheinstrecke“ kämpfte man nach den ersten Regulierungsmaßnahmen noch mit Auflandungsproblemen. Man engte das Mittelgerinne deshalb ein und konnte so das Verschwinden der Kiesbänke erreichen. Heute ist das Flußbett beinahe stabil, die Gefahr also gebannt.
